Was macht eine Kindheit aus?
Träumen - Sehnsucht und Magie.
Wißt Ihr noch wie es war ... die Nächte vor Weihnacht? An den Tagen fing es an etwas umtriebiger in der Küche zu werden. Das Haus war erfüllt mit diesen himmlischen Düften die die Weihnachtszeit warm und heimelig umwehen - Zimt, Mandeln, Anis oh ich könnte noch viele aufzählen - ich rieche sie fast noch ganz deutlich.
Man entzündete ab dem 1.Advent abends dann die Kerzen an und es wurden Weihnachtslieder gesungen im Kerzenschein. Es war eine wundervolle Zeit die ich bei uns zuhause jedes Jahr auf´s Neue genoß.
Dann überlegte man was wohl auf so ein kleines Stück Papier schreiben kann das man bekam um darauf dem Weihnachtsmann seine Wünsche zu schreiben.
An den
Weihnachtsmann
Sternenstraße 1
Am Nordpol
Ein großer stattlicher (ihr wißt was ich damit meine - Obelix sagte das auch immer von sich) alter Mann mit einem weißen, fast das ganze Gesicht bedeckendem Bart.
Rote Wangen die aussahen wie die Backen von roten Äpfeln.
Und zum Schluß zwei Augen aus denen der Schalk blitze und die dabei so gütig waren das man dahinschmelzen könnte.
Nun man schrieb also seine ganzen Kindheitsträume sozusagen auf diesen Zettel, legte ihn in einen Umschlag und übergab ihn der Mutter.
Nicht ohne ihr jedoch noch einmal ausdrücklich ans Herz zu legen, er müße heute noch zur Post und darf auf gar keinen Fall verloren gehen.
Dann kam die lange Zeit des Wartens.
Man zählte mit hilfe des Adventskalenders jeden Tag und mit den Fingern die Nächte wo man sich sagte, sooooo lange muß ich noch schlafen, aber dann ist endlich Weihnachten.
Fühlt ihr noch wie magisch diese Tage waren? Sie waren voll Hektik und Vorfreude aber vor allem mit Spannung erfüllt.
An Heiligabend wurde nach dem gemeinsamen Essen noch jeder rasch gebadet. Danach durfte man, nicht wie sonst üblich nochmals Kleider anziehen und man spürte das der Abend eine besondere Nacht war.
Die Eltern verschwanden im Wohnzimmer - sie sagten sie müssen dort auf das Christkind warten das die Geschenke bringt.
Erst wenn es mit seinem goldenen Glöckchen klingelte dürfe man das Zimmer wieder betreten.
Man saß in der Küche und trank heiße Schokolade und jedesmal wenn ein Elternteil vorbeihuschte wurde gefragt ob es denn schon da wäre.
Man freute sich unbeschreiblich auf den kleinen Moment der alles ausmachte - das liebliche erklingen diese kleinen Glöckchens die nur zu Heiligabend erklang.
Wenn es dann endlich soweit war und man vor der Türe stand hatte doch ein jeder so viel Erfurcht und man überlegte wer wohl zuerst hindurch gehen sollte. Man dachte immer, vielleicht könnte es ja noch im Raum sein. Das wäre so schön.
Dann kam der Moment als man die Türe aufmachte und zuerst einen wunderschönen für uns damals fast riesig anmutenden Weihnachtsbaum mit all seiner glänzenden Pracht sah.
Es kam einen vor als würden tausenden von Lichter nur für einen alleine in dieser Nacht brennen.
Die Eltern sagten das das Christkind so viel zu tun hätte in dieser Nacht das es leider schon wieder fortgefahren wäre mit der Kutsche und den Renntieren.
Aber es hätte was unter den Baum gelegt. Als Dankeschön wäre es lieb ihm ein Weihnachtslied mit in die Nacht auf seine Reise zu schicken und dann sangen wir alle ganz hingebungsvoll "Stille Nacht".
Dann suchte man seine Geschenke und war ganz gespannt was es diese Weihnacht geben würde. Das ganze Zimmer war so erfüllt mit dieser Magie die es nur an diesem einen Abend im Jahr gibt.
So und nun muß ich leider sagen das ich immer mehr höre das viele Eltern diese Magie jäh zerstören weil sie meinten man dürfe ja schließlich das Kind nicht mit einer Lüge groß werden lassen.
Liebe Eltern warum nehmt ihr Euren Kindern diesen kleinen Zauber den man nur in der Kindheit erleben darf? Ist es nicht das Recht eines jeden Kindes zu träumen?
Das Leben später kommt mit aller Härte und meistens auch großer Kälte auf uns zu. Jedoch gerade diese Tage als Kind sind doch die Erinnerungen, die es einem zu dieser Jahreszeit wieder warm werden lässt um´s Herz.
Was gibt es schöneres als dann den eigenen Kindern diese wundervolle Magie eines einzigen Abends weitergeben zu können?
Nehmt den Kindern nicht die Träume, das ist ein Teil der das Kindsein ausmacht.
Erinnert Euch doch daran was Kindheit ist - ihr habt es doch auch erlebt.
Ja ich weiß, so mancher wird sagen bei mir gab es sowas nicht. Aber ist das nicht erstrecht ein Grund das man es dann seinem Kind ermöglichen sollte den Zauber der Weihnacht zu spüren.
Die Weihnachtszeit hat sehr alte Wurzeln, selbst noch vor dem Christentum waren es heilige Nächte, sie wurden auch Weihe-Nächte genannt.
Der 21. Dezember - die Wintersonnwendfeier zeigt uns das es nun die längste Nacht im Jahr ist. Das Licht wird tief unten in dem Schoß von Mutter Erde neu geboren und zart und sicher noch behütet
um dann wieder auf die Erde zurückzukehren und das Leben wieder zu erwecken.
Dies geschieht am 24. Dezember die man auch früher die Mutternacht nannte.
An diesem Abend kommt für alle Lebewesen das Licht wieder auf die Erde zurück um neues Leben hervorzubringen und die Nacht zu vertreiben.
Man feierte und sang im Kreise der Familie und Freunden.
Es war ein Zeichen das das damals so harte Überleben in der kalten Jahreszeit bald nun ein Ende finden würde.
Wissenschaftler haben nachgewiesen das wirklich ab diesem Tag tief unten die Pflanzen anfangen wieder sich mit Leben zu füllen.
Laßt die so wichtige Zeit nicht erkalten indem ihr sie versucht abzustreifen sondern findet zurück auch zu Euren Wurzeln.
Liebe Grüße
Moni
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2 Kommentare:
Das ist ein sehr guter Eintrag, Moni!
Zum Einen erweckt er Erinnerungen, und ich hörte die kleine Glocke hinter der verschlossenen Tür.
Zum Anderen appelliert er, denn ich möchte nicht wissen, wie Weihnachten und speziell der Heilige Abend in manchen Familien abläuft. Jedem das Seine, aber gerade die Spannung und das "Warten müssen", gehören im Grunde auch zum späteren Leben dazu und sollte erlernt werden können.
Hinzu kommt Dein Hintergrundwissen, was die Bedeutung der Rituale betrifft, das Du zum Schluß mit ein bisschen Wehmut und einem Appell an diese wichtige Zeit beendest.
Wie gesagt, gefällt mir sehr gut und hat in mir Erinnerungen geweckt. Danke dafür!
Liebe Grüße
Sabine
Dankeschön Sabine! Es freut mich das er Dir gefällt. Du hast nicht nur gelesen sondern Dir auch Deine eigenen Gedanken gemacht. Es hat mir sehr gut gefallen das mit dem "Warten lernen" Es würde mich freuen wenn mehr Menschen wieder zurückfinden würden. Aber ich denke das Umdenken hat schon angefangen es braucht nur eben seien Zeit. Du kannst es bei manchen Kindern sehen und unsere größte Hoffnung sind die Indigokinder.
Ich danke Dir nochmals Sabine
und wünsche Dir von und mit ganzem Herzen ein gesegnetes und frohes Jahr 2013 viel Kraft und Licht (die wirst Du brauchen) und wenn etwas ist Du weißt ja ich bin immer da.
Liebe Grüße
Moni
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