Ich möchte einen Ort wo es keine Schmerzen und kein Leid gibt. Wo es keinen Neid und keinen Hass gibt. Wo man sich respektiert und füreinander da ist. Es wird ihn ganz sicher einmal geben - nach dieser Zeit.
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Freitag, 28. Mai 2010

Das Märchen vom Salz

Es geht die Sage von einem König, der hatte zwei Töchter, die alle hübsch und sehr freundlich waren und die er sehr liebte. Je älter der König aber wurde, umso schlimmer plagte ihn der Gedanke, welche seiner beiden Töchter er wohl zu seiner Nachfolge im Lande bestimmen sollte. Diese Unsicherheit lastete unerträglich auf ihm und so bat er Gott um Hilfe, dass er die richtige Wahl treffen möge. Als nun sein Geburtstag immer näher rückte, kam ihm mit einem Mal folgender Gedanke: er solle sich von jeder seiner Töchter etwas zum Geburtstag wünschen, was hübsch und für das Leben von grosser Bedeutung sei. Und so rief der alte König seine beiden Töchter zusammen und teilte ihnen seinen Wunsch mit. Auch mahnte er sie, die Geschenke mit allergrösster Sorgfalt und Bedachtheit auszuwählen.
Nun kam des Königs Geburtstag und die beiden Mädchen brachten ihm ihre Geschenke dar. Die ältere der beiden schenkte ihm eine kostbare, sehr nützliche Gabe, die dem alten König auf´s Allerbeste zusagte. Die jüngste Tochter aber schenkte ihm ein kostbares, kleines Kästchen in dem sich nichts anderes befand, als ein Häuflein Salz.
Als der König dies sah, wurde er so ärgerlich, dass er seine liebe Tochter aus dem Palast jagte und ihr befahl, sich hier nie mehr blicken zu lassen.
Das erschreckte Mädchen lief nun hinaus in eine ihr vollkommen fremde Welt, in der zurechtzukommen sie niemand gelehrt hatte. Sie lief den ganzen Tag und am Abend kam sie vor ein schönes Wirtshaus am Rande eines grossen Waldes. Sie wagte sich trotz ihrer Müdigkeit und ihrer inzwischen sehr unordentlichen Kleider in die Schankstube, begegnete dort sogleich der Wirtin, welche sie um etwas zu Essen bat. Die Wirtin erkannte wohl die Not des erschöpften Kindes und bot ihm eine gute warme Kräutersuppe an. Und als das Königstöchterlein zuende gegessen hatte, lud die Wirtsfrau es ein, bei ihr im Hause zu übernachten. Erschöpft und dankbar legte sich das Kind in einer hübschen kleinen Stube zu Bett und schlief sich ordentlich aus.
Am nächsten Morgen, als die Sonne freundlich in das Kämmerlein schien, erwachte das Kind mit einer grossen Freude und Dankbarkeit im Herzen. Sie stieg hinunter in die Küche, wo die Wirtin bereits dabei war, die leckeren Speisen vorzubereiten, für die sie weit übers ganze Land hin bekannt und berühmt war. Mit einem frohen Lächeln begrüsste sie das Königskind und lud es zu einem guten Frühstück und einem freundlichen Gespräch ein. Dabei liess sie erkennen, dass sie sich darüber freuen würde, wenn das Kind bei ihr im Wirtshaus bleiben würde. Sie würde ihm auch gerne das Kochen und das Führen eines Wirtshauses beibringen. Mit Freude und Dankbarkeit nahm das Mädchen dieses liebe Angebot an und so geschah es dann, dass die Königstochter bei der Wirtin in die Lehre ging, was zu einem grossen Vergnügen für beide wurde. Bald schon aber war unser Königskind eine bessere Köchin als ihre Lehrmeisterin und wurde noch berühmter als diese.
Der alte König bekam davon zu hören, dass es in seinem Reiche eine so berühmte Köchin gab. Und weil die Hochzeit seiner älteren Tochter vor der Türe stand, wollte er diese berühmte Köchin sofort zu seiner Hofköchin machen. So erging ein Ruf an die inzwischen junge Frau, sie solle zur Leibköchin am Hofe des Königs gemacht werden. Das geschah und der König war´s zufrieden.
Nun sollte wieder einmal der Geburtstag des Königs gefeiert werden. Die junge Köchin erhielt den Auftrag, die allerfeinsten Speisen herzustellen und anzurichten; es solle an nichts gespart werden. Und so geschah´s. Die wunderschönsten und erlesensten Gerichte wurden serviert, die Tafeln waren übervoll und des Königs Gäste füllten sich damit ihre Bäuche. Ein Gang nach dem anderen wurde serviert und eine Speise war köstlicher als die andere. Nun aber folgte der Hauptgang mit des Königs Lieblingsgericht, auf welches er sich schon sehr freute. Er probierte seine Leibspeise und, oh weh, er verabscheute sie! Sie war nicht gesalzen!
Gleich liess er die Köchin vor sich bringen, schalt und beschimpfte sie und verlangte nach einer Erklärung für diese Ungeheuerlichkeit."Sage mir, du Magd, was fällt dir ein, dem König eine ungesalzene Speise vorzusetzen!?" Diese aber antwortete ganz ohne Angst: "Ihr, Herr König, habt Eure jüngste Tochter aus dem Palast und Eurem Herzen verjagt, weil sie Euch zu Eurem Geburtstage nur Salz geschenkt hat, das sie doch für so nützlich hielt. Vielleicht versteht Ihr nun, dass Euer Kind wohl doch nicht ganz unrecht hatte!"
Da nun erkannte der König seine jüngste Tochter, bat sie um Vergebung und nahm sie wieder voller Freude und Liebe in seinen Palast und in sein Herz auf. Die Freude darüber war allgemein sehr gross und der alte König lebte noch viele Jahre glücklich zusammen mit seinen Kindern.

Hiervon weiß ich leider nicht mehr die Bezugsquelle. Sollte es jemanden stören bitte gebt mir bescheid.

Vom segenbringenden Kräutlein

Vom segenbringenden Kräutlein
Ein Kräutlein kann Segen bringen, so oder so.

Einst lebte eine Frau mit ihrer Tochter am Rande eines grossen Waldes. Da kam eine Zeit, da die Mutter krank wurde und sie und ihr Kind nichts mehr ausser trockenem Brot zu Hause hatten. Das Kind dachte sich nun, dass es gut wäre in den Wald zu gehen, um dort Beeren und Kräuter zu sammeln, damit es der Mutter wenigstens etwas Frisches, Gesundes zu essen geben könnte. So nahm es ein Körbchen und machte sich auf den Weg.
Überall fand es schöne Beeren und frische grüne Kräuter, die es fleissig in seinem Körbchen zusammentrug. Dabei merkte das gute Kind aber nicht, dass es schon sehr finster wurde, und es den Weg vor seinen Augen fast nicht mehr sehen konnte. Da begann es bitterlich vor lauter Angst zu weinen. Auf einmal hörte es vor sich etwas in den Blättern rascheln und beim genauen Hinschauen, erkannte es ein kleines Männlein, ganz in grüne Kleider gehüllt. "Hab keine Angst, Kind. Ich will dir nichts Böses. Sage mir nur, warum weinst du denn so bitterlich?" "Ach," sagte da das Mädchen, "ich habe den ganzen Tag Beeren und Kräuter für meine kranke Mutter gesammelt und nun habe ich mich verlaufen und finde nicht mehr nach Hause." "So beruhige dich doch," entgegente da das Männlein, " ich will dir den Weg aus dem Dunkel zeigen und dich bis an den Waldrand führen. Von da aus kannst du sicher den Heimweg finden."
Gesagt, getan. Das Männlein führte das Mädchen eine geraume Zeit und bald schon befanden sich beide am Rand des Waldes. Dort bückte sich der kleine Waldgeist und reichte dem glücklichen Kind ein paar Kräuterlein mit den Worten: "geh nach Hause und koche die Kräuter in heissem Wasser. Dann gib der Mutter den Kräutersud zu trinken und bald schon ist sie gesund."
Das Kind verabschiedete sich voller Freude und Dankbarkeit und machte sich eilig auf den Heimweg. Zu Haus angekommen, tat es wie ihm der Geist aufgetragen hatte, kochte die Kräuter im heissen Wasser und gab den Tee der Mutter zu trinken. Kaum hatte diese den Kräutertee ausgetrunken, erhob sie sich von ihrem Lager und war gesund und frisch.
Das aber hatte der Nachbarsbub mitbekommen und er dachte bei sich: "wenn ich das auch so mache, dann bekomme auch ich vom Waldgeist solche Kräuter geschenkt. Die verkaufe ich dann auf dem Markt und von dem Geld, das ich hierfür bekomme, kaufe ich mir Süssigkeiten." Und mit diesem Gedanken machte er sich am nächsten Tage mit einem Weidenkörbchen auf den Weg in den Wald.
Dort schlug er sich seinen Bauch mit frischen dicken Heidelbeeren voll, konnte gar nicht genug davon bekommen und vergass darüber vollkommen die Zeit. Bald war es duster geworden und nun erinnerte er sich an sein falsches Vorhaben. Sofort begann er laut zu jammern und zu klagen und erwartete voller Sehnsucht und Habgier das Erscheinen des Geistes. Der kam dann auch und fragte den Buben: "warum machst du solch einen Krach, dass einem ja die Ohren schmerzen?" Der Junge antwortete ihm: "ich habe Beeren und Kräuter gesammelt den ganzen Tag und nun habe ich mich verlaufen und finde nimmer heim." "Wenn´s weiter nichts ist, so will ich dir schon helfen. Folge mir nur nach, ich führe dich," empfahl ihm da der Waldgeist.
Der Bub lief nun hinter dem Männlein her, voll hämischer Gedanken. Aber das Geistlein führte den Buben jetzt stundenlang über Stock und Stein, kreuz und quer durch den dunklen Wald, bis dieser vor Erschöpfung kaum noch zu laufen vermochte. Da begann er nun wirklich bitterlich zu weinen und erkannte und bereute seine schlechte Gesinnung. In diesem Moment aber standen die beiden am Rand des Waldes. Froh wollte sich der Junge sogleich ohne Dank auf und davon machen, aber der Waldgeist hielt ihn mit den Worten zurück: "warte, ich will dir einige Kräuter mitgeben. Koche sie in heissem Wasser, trinke den Kräutertee und morgen wirst du all die Strapazen von heute vergessen haben und es wird dir wieder gut sein." Der Junge schnappte sich die Kräuter wiederum ohne Dank und machte sich auf den Heimweg.
Zu Hause angekommen kochte er sogleich den Kräutertee, trank davon und erwartete sofort dessen heilsame Wirkung. Aber, oh weh, kaum hatte er eine Tasse davon leergetrunken, begann es auch schon in seinem Bauche zu rummsen und zu rumoren. Ganz schlecht wurde ihm davon und er musste sich vor lauter Schmerzen wie ein Wurm krümmen und winden. Das dauerte einige Tage, aber während dieser Zeit erkannte der Bub seine falsche Gesinnung, bereute abermals und es wurde aus einem bösen Burschen ein guter Junge.
Während meiner Kindheit oft gelesen, nun frei nacherzählt.

Der Tausendjährige Rosenstock zu Hildesheim

Der Tausendjährige Rosenstock zu Hildesheim
Sagenumwobener Rosenstock am Hildesheimer Mariendom.


Bild: Heckenrose -cw
Es geht die Sage, dass vor etwa 1100 Jahren, im Winter, Kaiser Ludwig der Fromme mit seinem Jagdgefolge unterwegs war. Bei dieser wilden Hatz verlor er aber sein ihm liebgewordenes Kreuz, das er an einer Kette immer mit sich trug. Als er den Verlust bemerkte, wurde er sehr traurig und beauftragte sofort sein Gefolge, nach dem Heiligtum zu suchen.
Die Gefolgsleute machten sich sogleich auf den Weg und der Kaiser blieb alleine im Schnee zurück. Lange Zeit war er da so ganz auf sich gestellt. Kalt wurde es mit einem Mal und die Nacht kündigte sich auch schon an. Der Kaiser, der solches Ungemach gar nicht gewohnt war, wurde zunehmend unruhiger. Und als es bereits sehr finster war und bitter kalt, und die Gefährten noch immer nicht zurück waren, begann der grosse Mann zu beten. Er versprach dem Herrgott, dass, wenn er diese Nacht überleben und zu seinen Gefährten zurückfinden dürfe, dann würde er als Dank an dieser Stelle eine Kapelle erbauen lassen.
Am nächsten Morgen, als der Kaiser aus einem tiefen Schlaf erwachte und die Augen öffnete, erblickte er das Wunder. Er befand sich, umringt von Schnee, inmitten eines kleinen grünen Wiesenstückes und direkt vor seinen Augen stand ein grosser Rosenbusch in voller Blüte.
Kurz darauf trafen auch die Freunde des Kaisers mit seinem heiligen Kreuze ein und Freude und Dankbarkeit breiteten sich unter den Männern aus. Noch am selben Tag zu Hause angekommen, gab der Kaiser, gemäss seinem Versprechen, den Bau einer schönen Kapelle in Auftrag.
Inzwischen aber ist aus einer kleinen Kapelle ein stattliches Gotteshaus geworden, der Hildesheimer Mariendom, an dessen Apsis noch immer der inzwischen über "1000 jährige Rosenstock" wächst und blüht.

Wie die Ackerwinde der Gottesmutter diente.

Wie die Ackerwinde der Gottesmutter diente.
Die Gottesmutter weiss sich und anderen immer zu helfen.

Es geht die Sage, dass an einem schönen Sonnentag ein Weinbauer mit seinem Karren, der vollbeladen mit Fässern kostbaren Weines war, auf dem Weg zur Stadt war. Doch weil der Weg durch den tagszuvor gefallenen Regen nass war, rutschte der Karren in einen Graben und der Weinbauer konnte ihn nicht mehr alleine herausziehen.
An diesem Tage war aber auch die Gottesmutter zu Fuss unterwegs in die Stadt und sie kam just in dem Moment an die Stelle, wo der Bauer gerade dabei war, seinen verunglückten Wagen zu entladen, damit er ihn leichter aus dem Graben befreien könne.
Die Gottesmutter fragte den unglücklichen Mann, was denn geschehen sei und dieser erzählte ihr die ganze Geschichte. Da die Gottesmutter aber ein barmherziges Herz hatte, sagte sie zum Weinbauern, er möge ihr etwas von seinem Wein zum Trinken geben, dann wolle sie ihm schon helfen, das Gefährt wieder freizubekommen. Nur zu gerne war der gute Mann bereit, der hilfreichen unbekannten Frau ein Gläschen von seinem allerbesten Weine anzubieten, aber: Er hatte kein Glas, das er hätte füllen können.
Die Gottesmutter aber war darum gar nicht verlegen. Sie pflückte von einer Pflanze, die üppig am Wegesrand wuchs, eine hübsche kleine Blüte, die aussah wie ein zarter, weiss-rosa gestreifter Kelch. Diese hielt sie dem Weinbauern entgegen, der sie sofort freudig mit seinem besten Weine füllte. Die Gottesmutter trank davon und schon war der Wagen wie durch ein Wunder aus dem Graben heraus gekommen. Nun konnte der Bauer die bereits abgeladenen Fässer wieder aufladen und sich auf seinen weiteren Weg machen.
Die kleine, hübsche Ackerwinde ist seither auch als "Muttergottesgläschen" bekannt und vielleicht hat sich diese Geschichte ja auch in der Pfalz, in der Nähe von Deidesheim zugetragen